Durchstanzen - Korrekturfaktor β: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Baustatik-Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Mwulf (Diskussion | Beiträge)
Mwulf (Diskussion | Beiträge)
Zeile 2: Zeile 2:
- nach EC 2-1-1, 6.4.3.(6)
- nach EC 2-1-1, 6.4.3.(6)
<br />
<br />
Infolge von Biegung ist die aufgebrachte Querkraft nicht mehr gleichmäßig über den Umfang verteilt, die Belastung einer Seite ist folglich erhöht. Der '''Lasterhöhungsfaktor β''' berücksichtigt diesen Umstand<ref name="Q5" />.<br />
Infolge von Biegung ist die aufgebrachte Querkraft nicht mehr gleichmäßig über den Umfang verteilt, die Belastung einer Seite ist folglich erhöht. Der '''Lasterhöhungsfaktor β''' berücksichtigt diesen Umstand<ref name="Q5" >Prof. Dipl.-Ing. Frank Prietz. Durchstanzen nach DIN EN 1992-1-1 +NA.Skript</ref>.<br />
Zur Ermittlung des Faktors β stehen '''drei Verfahren''' zur Verfügung. <br />
Zur Ermittlung des Faktors β stehen '''drei Verfahren''' zur Verfügung. <br />
Diese werden folgend erläutert:
Diese werden folgend erläutert:
Zeile 32: Zeile 32:
der Lasteinzugsfläche <math>A_{LE}</math> in i-Lasteinleitungssektoren  <math>A_i</math>  (siehe Bild 11) statt.
der Lasteinzugsfläche <math>A_{LE}</math> in i-Lasteinleitungssektoren  <math>A_i</math>  (siehe Bild 11) statt.
[[Datei:Durchstanzen_11.png|300px|thumb|right|Bild 11: Sektormodell ]]
[[Datei:Durchstanzen_11.png|300px|thumb|right|Bild 11: Sektormodell ]]
Hierbei sollten mindestens 3-4 Sektoren pro Quadrant betrachtet werden <ref name="Q1" />.<br />
Hierbei sollten mindestens 3-4 Sektoren pro Quadrant betrachtet werden <ref name="Q1" >K. Zilch F. Fingerloos, J. Hegger. Eurocode 2 für Deutschland. Ernst + Sohn, Beuth-Verlag, S. 263-281, 1. Aufl. edition, 2012</ref>.<br />.<br />
Der Lasterhöhungsfaktor ergibt sich somit wie folgt <ref name="Q2" />:
Der Lasterhöhungsfaktor ergibt sich somit wie folgt <ref name="Q2" >Prof. Dr.-Ing. Rudolf Baumgart. Durchstanznachweis nach EC 2. Skript Hochschule Darmstadt-University of Applied Sciences, 2012</ref>:
<br />
<br />
:<math> \nu_{Ed}=e_d \cdot A_{LE}</math>
:<math> \nu_{Ed}=e_d \cdot A_{LE}</math>
Zeile 79: Zeile 79:
<br />
<br />
<br />
<br />
==Quellen==
==Quellen==
<references />
<references />

Version vom 9. Dezember 2015, 20:19 Uhr

Korrekturfaktor β

- nach EC 2-1-1, 6.4.3.(6)
Infolge von Biegung ist die aufgebrachte Querkraft nicht mehr gleichmäßig über den Umfang verteilt, die Belastung einer Seite ist folglich erhöht. Der Lasterhöhungsfaktor β berücksichtigt diesen Umstand[1].
Zur Ermittlung des Faktors β stehen drei Verfahren zur Verfügung.
Diese werden folgend erläutert:

Konstanter Faktor für ausgesteifte Systeme mit nahezu gleichen Stützweiten


Es werden horizontal unverschiebliche, ausgesteifte Systeme mit Stützweitenunterschieden von maximal 25 % und eine Belastung durch Gleichlast angenommen [2]. Die Stützweitenverhältnisse betragen somit 0,8l1/l21,25 [3].

Bild 10: Korrekturfaktor Beta



Für diesen Fall können somit folgende konstante Näherungswerte angenommen werden(siehe Bild 10):

  • 1,10 Innenstützen
  • 1,40 Randstützen
  • 1,35 Wandenden (NA)
  • 1,50 Eckstützen
  • 1,20 Wandecken (NA)
  • Bei Fundamenten wird ein β1,10 angenommen.



Ermittlung über Sektormodell


Im ersten Schritt sind die Querkraftnulllinien anzusätzen. Diese werden abgeschätzt oder errechnet (linear-elastisch). Anschließend findet eine Unterteilung der Lasteinzugsfläche ALE in i-Lasteinleitungssektoren Ai (siehe Bild 11) statt.

Bild 11: Sektormodell

Hierbei sollten mindestens 3-4 Sektoren pro Quadrant betrachtet werden [4].
.
Der Lasterhöhungsfaktor ergibt sich somit wie folgt [5]:

νEd=edALE


νEd,m=νEducrit


νEd,i=edAiui


β=max{νEd,i/νEd,m}



Genaueres Verfahren

nach EC 2-1-1, 6.4.3 (1;2)
Sind die oben genannten Voraussetzungen nicht erfüllt oder ist die bezogene Ausmitte e/c bei Randstützen größer als 1,2 (wobei c die Stützenabmessung in Richtung der Ausmitte darstellt), ist der Lasterhöhungsfaktor mit genaueren Verfahren

Bild 12: Querkraftverteilung infolge eines Kopfmomentes einer Stütze

zu ermitteln. Hierbei wird die Annahme einer vollplastischen Schubspannungsverteilung am kritischen Rundschnitt getroffen [6].

Die Gleichung lautet somit wie folgt:

β=1+kMEdVEdu1W11,10

mit

W1=0ui|e|dl


und somit bei einer geschlossenen Rechteckstütze mit c1 parallel und c2 senkrecht zur Lastausmitte:

W1=c122+c1c2+4c2d+16d2+2πdc1



und dem Beiwert k

Tabelle Beiwert k







Bei Decken-Stützenknoten mit zweiachsiger Ausmitte gilt (NA) [2]:

W1=1+(kyMEd,yVEdu1W1,y)2+(kzMEd,zVEdu1W1,z)21,10



Quellen

  1. Prof. Dipl.-Ing. Frank Prietz. Durchstanzen nach DIN EN 1992-1-1 +NA.Skript
  2. Referenzfehler: Es ist ein ungültiger <ref>-Tag vorhanden: Für die Referenz namens Q7 wurde kein Text angegeben.
  3. Referenzfehler: Es ist ein ungültiger <ref>-Tag vorhanden: Für die Referenz namens Q8 wurde kein Text angegeben.
  4. K. Zilch F. Fingerloos, J. Hegger. Eurocode 2 für Deutschland. Ernst + Sohn, Beuth-Verlag, S. 263-281, 1. Aufl. edition, 2012
  5. Prof. Dr.-Ing. Rudolf Baumgart. Durchstanznachweis nach EC 2. Skript Hochschule Darmstadt-University of Applied Sciences, 2012
  6. Referenzfehler: Es ist ein ungültiger <ref>-Tag vorhanden: Für die Referenz namens Q4 wurde kein Text angegeben.
Seiteninfo
Status: in Bearbeitung
Modul-Version: 2015.0240