Verformungsnachweis - indirekte Berechnung (Bsp.)

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Auf dieser Seite wird die indirekten Verformungsberechnung an einem ausgewählten Beispiel dargestellt. Die theoretischen Grundlagen der indirekten Verformungsberechnung werden auf einer gesonderten Seite dargestellt.

Aufgabenstellung

Ein Balken mit Rechteckquerschnitt wird im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit durch eine Gleichlast in Höhe von 66,5 kN/m belastet. Der Beton hat eine Festigkeitsklasse C20/25. Für das gegebene Bauteil ist unter gegebener Belastung die Verformung in Balkenmitte zu ermitteln. An das betrachtete Bauteil Grenzen verformungsempfindliche Bauteile an.

  • leff=6m (Einfeldträger - freidrehbar gelagert)
  • pEd,perm=66,5kNm (Kurzzeitbelastung)
  • b/h=35cm/75cm
  • d=70cm
  • B500A
  • Längsbewehrung: 4⌀25 (As,vorh=19,64cm²; As,erf=17,68cm²)
  • C 30/37

Verfahren nach EC2

Vorbereitende Berechnung

Im Folgenden wird die Stahlspannung unter der Belastung im GZG ermittelt, sodass der Faktor k1 bestimmt werden kann.

MEd,perm=pEd,perml28=66,5628=299,25kNm=29925kNcm

Es wird mit einer Vereinfachung für den Hebelarm der Inneren Kräfte gerechnet.

z=0,9d=0,970=63cm

σs1=MEd,permzAs1,vorh=299256319,64=24,19kNcm2=241,9Nmm2

Ermittlung der zulässigen Biegeschlankheit

ρ=As1,erfbd=17,683570=0,0072=7,2103

ρ0=fck103=30103=5,5103

ρ=7,2103>5,5103=ρ0(ld)zulK[11+1,5fckρ0ρρ+112fck(ρρ0)12]

Bei dem statischen System handelt es sich um einen Einfeldträger: K=1

(ld)zul1[11+1,5305,57,2]

(ld)zul=17,28

(ld)zul darf im weiteren durch den Faktor k1 modifiziert werden. Die Faktoren k2 und k3 entfallen, da es sich um einen Rechteckquerschnitt handelt und die Stützweite <7m ist.

k1=310241=1,28

(ld)zul=17,281,28=22,12

Im Folgenden ist zu überprüfen, ob (ld)zul kleiner ist als (ld)max (der kleiner Wert ist maßgebend).

(ld)max=K35=135=35nicht maßgebend

(ld)max=K2150l[m]=121506=25nicht maßgebend

Nachweis

(ld)vorh=60070=8,57

(ld)vorh=8,57<22,12=(ld)zul__

Der Nachweis ist erfüllt.

Vordimensionierung der Biegeschlankheit

Ermittlung der erforderlichen Nutzhöhe

Bei dem betrachteten System handelt es sich um einen frei drehbar gelagerten Einfeldträger:

αi=1,0

li=αileff=1,06=6m

kc=(fck,0fck)16=(2030)16=0,93

Die Verformung soll auf l500 begrenzt werden, da verformungsempfindliche Bauteile angrenzen. Der Wert für λi wurde linear interpoliert.

λi=14,6

erf d=liλikc=614,60,93=0,38m=38cm

Nachweis

erf d=38cm<70cm=vorh d__

Der Nachweis ist erfüllt.

Vergleich des Verfahrens nach EC2 und der Vordimensionierung

Mittels des Verfahrens nach EC2 würde sich folgende, erforderliche, statische Nutzhöhe ergeben:

(ld)zul=22,12erf d=27,12cm

Vergleicht man die erforderlichen statischen Nutzhöhen wird ersichtlich, dass das Ergebnis, welches sich gemäß der Vordimensionierung ergibt, auf der sicheren Seite liegt.



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