Lasten im Brandfall (Bsp.)

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Im folgenden werden vier mögliche Verfahren gezeigt, mit denen die konstante Bemessungsgröße für den Brandfall Ed,fi bestimmt werden kann.

Aufgabenstellung:

Gegeben sind:

  • Bauteilklasse: Bürohaus (Kategorie B)
  • Einwirkungen aus der "kalten" Lastannahme:

GEk=1050kN (aus Eigenlast)

QEk=273kN (aus Nutzlast)


Gesucht wird:

  • Die konstante Bemessungsgröße für den Brandfall Ed,fi
Hinweis :
  • Dieses Beispiel behandelt eine Aufgabenstellung, in welcher keine indirekten Einwirkungen gegeben sind. Daher wird hier die konstante Bemessungsgröße für den Brandfall Ed,fi berechnet.
  • Die Berechnungsmethoden beziehen sich auf die Berechnung der Mechanische Einwirkungen nach der Seite Heißbemessung.

Berechnungsmethoden

  • a.): Berechnung nach den allgemeinen Regeln.[1]
  • b.): Berechnung nach dem vereinfachten Verfahren, mit dem vereinfachten Reduktionsfaktor η = 0,7.[2]
  • c.): Berechnung nach dem vereinfachten Verfahren, mit dem Reduktionsfaktor nach der Formel 2.5 des EC 2-1-2.[3]
  • d.): Berechnung nach dem vereinfachten Verfahren, mit dem Reduktionsfaktor nach den Formel 2.5a und 2.5b des EC 2-1-2.[3]

Berechnungen

a.):Berechnung nach den allgemeinen Regeln[1]

Ed,fi=∑γGA⋅Gk+ψ1,1⋅Qk,1+∑ψ2,i⋅Qk,l+∑Ad
γGA=1,0 Teilsicherheitsbeiwert (für ständige Einwirkungen)[1]
ψ1,1=ψ2,1=0,3 Nach der DIN EN 1991-1-2 NA darf ψ2,1 anstelle von ψ1,1 verwendet werden. Dieser ergibt sich nach DIN EN 1990:2021-10 für Bürogebäude zu 0,3.[1]
Ed,fi=1,0⋅1050+0,3⋅273=1131,90kN


b.):Berechnung nach dem vereinfachten Verfahren, mit dem vereinfachten Reduktionsfaktor η = 0,7

Ed,fi=ηfi⋅Ed=0,70⋅1827kN=1278,90kN
ηfi=0,7 Zur Vereinfachung und auf der sicheren Seite liegend darf der Reduktionsfaktor η nach DIN EN 1991-1-2 mit 0,7 angenommen werden[2]




Ed,fi=ηfi⋅Ed (Gl.2.4[4])


=Gk+ψfi⋅Qk,1γG⋅Gk+γQ,1⋅Qk,1⋅(γG⋅Gk+γQ⋅Qk) (Gl.2.5[4])


=1050+0,3+2731,35⋅1050+1,5⋅273⋅(1,35⋅1050+1,5⋅273) (Gl.2.5[4])


=0,6195⋅1827kN=1131,83kN (Gl.2.5[4])










c) Last im Brandfall - nach Absatz 2.4.2 (3)

c1)

Ed,fi=ηfi⋅Ed=Gk+ψfi⋅Qk,1γG⋅Gk⋅γQ,1⋅ψ0,1⋅Qk,1⋅Ed

(Gl.2.5a [4])


oder







c2)

Ed,fi=ηfi⋅Ed=Gk+ψfi⋅Qk,1ξ⋅γG⋅Gk⋅γQ,1⋅Qk,1⋅Ed (der kleinere Wert ist maßgebend)

(Gl.2.5b [4])

c1)

Ed,fi=ηfi⋅Ed

(Gl.2.5b [4])


=1050+0,3⋅2731,35⋅1050+1,5⋅0,7⋅273⋅1827

(Gl.2.5b [4])


=0,6642⋅1827=1213,49kN

(Gl.2.5b [4])







c2)

Ed,fi=ηfi⋅Ed

(Gl.2.5b [4])


=1050+0,3⋅2730,85⋅1,35⋅1050+1,5⋅273⋅1827

(Gl.2.5b [4])


=0,7011⋅1827=1280,91kN

(Gl.2.5b [4])


Ed,fi=1213,49kN (maßgebender Wert)

(Gl.2.5b [4])









d) Last im Brandfall - nach Absatz 2.4.2 (3) und NA (4)

Ed,fi=ηfi⋅Ed=0,70⋅1827kN=1278,90kN

(NDP zu 5.2 (3)[5])






Zusammenstellung: Je nach Wahl des Berechnungsansatzes ergeben sich unterschiedlich große Bemessungslasten für den Brandfall:

a)
Ed,fi=1131,90kN
b)
Ed,fi=1131,83kN
c)
Ed,fi=1213,49kN
d)
Ed,fi=1278,90kN

Quelle

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 [Dietmar Hosser, Jochen Zehfuß (Hrsg.): Brandschutz in Europa - Bemessung nach Eurocodes - 3., Überarbeitete und erweiterte Auflage 2017]
  2. ↑ 2,0 2,1 [DIN EN 1991-1-2:2010-12]
  3. ↑ 3,0 3,1 [DIN EN 1992-1-2:2010-12]
  4. ↑ 4,00 4,01 4,02 4,03 4,04 4,05 4,06 4,07 4,08 4,09 4,10 4,11 4,12 DIN EN 1992-1-2:2010-12
  5. ↑ DIN EN 1992-1-2/NA:2010-12